Archiv für Oktober 2010

Okt 20 2010

neulich in der s-bahn II

Veröffentlicht von unter gschicht’n vom land.

ich sitze in der sbahn und versuche krampfhaft, meinen doppelten Burger so zu essen, dass nicht alles hinten rausfällt, wenn ich vorne hinein beiße. nach wenigen minuten wird meine aufmerksamkeit von einem männlichen teenager auf sich gezogen. er ist sicht- und hörbar außereuropäischer herkunft und telefoniert gerade mit einem freund, den er abwechselnd “bruder”, “alter” oder “mann” nennt. zudem spricht er sehr laut, so dass man jedes wort sehr gut versteht. er berichtet seinem bekannten am anderen ende der leitung, dass er gerade aus dem gericht komme. er hätte doch heute verhandlung gehabt. ja, der “felix” sei auch da gewesen. aber der “arsch” hätte “bullshit gelabert”. der hätte von 180 euro gesprochen. derweil waren es doch nur knapp 20. er hätte ja nur 15 pillen dabei gehabt. “felix” hätte viel mehr in der tasche gehabt. seine freunde hätten ihm erzählt, dass er nur ca. 10 sozialstunden bekommen würde. jetzt sähe es ganz düster aus. nach einem kurzen abschiedszeremoniell fahren wir in aubing ein. im aussteigen erzählt er seinem begleiter sehr laut, dass er das “scheiße” fände, dass der “felix” jetzt gegen ihn aussagt und dazu noch so einen “bullshit”, der gar nicht stimmt. und dass er ihm dafür platt macht… ich führe gerade einen kampf mit der burgertüte, die partout nicht in den s-bahn-mülleimer passen will, als eine frau sagt: “früher hätten’s mit so einem was ganz anderes g’macht…”.

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Okt 14 2010

Die Ulme und der Kaffee: Von der Kaffeekirsche zum Röstkaffee (Teil 2)

Veröffentlicht von unter Die Ulme und der Kaffee.

Wenn die Kaffeekirschen rot werden, wird es Zeit sie zu ernten.  In der Regel gibt ein Kaffeestrauch 5 Kilo Früchte im Jahr, aus denen dann 1 Kilo Röstkaffee gewonnen wird. Ein einzelner Arbeiter kann dabei bis zu 100 Kilo Kaffeekirschen am Tag ernten.

Um die Kaffeebohne aus der Kaffeekirsche herauszulösen gibt es 2 Möglichkeiten, die ich hier etwas verkürzt darstelle: Die Nass- und die Trockenaufbereitung

1.Trockenaufbereitung

Bei der Trockenaufbereitung legt man die Kaffeekirschen einfach in die Sonne und wendet sie regelmäßig, oder man trocknet sie maschinell. Nachts werden die Kirschen zum Schutz vor Kondenswasser abgedeckt, damit sich keine Pilze bilden können. Der Vorgang dauert 2 bis 3 Wochen. Anschließend werden die Kirschen mir einer Art “Mühle” geschält und die so gewonnen grünen Bohnen nochmals gereinigt und verpackt.

2.Die Nassaufbereitung

Bei der Nassaufbereitung verbringen die Kirschen eine Nacht lang in einem Wassertank. In dieser Zeit platzt das Fruchtfleisch auf.  Anschließend wird dann maschinell das Fruchtfleisch von der Bohne getrennt und getrocknet. Diese Bohnen werden entsprechend als “gewaschene” (engl.: washed) gekennzeichnet.

Normalerweise werden die Bohnen noch auf der Plantage nach Größe, Farbe und Dichte getrennt sortiert, damit sie beim Rösten später einheitlich behandelt werden können.

Kaffeemischung

Viele Kaffees werden von den Röstereien als Mischungen angeboten. Die Mischung dient dabei der Verbesserung der Qualität. Da aber die Kaffeebohnen als Naturprodukt Qualitätsschwankungen unterliegen, müssen die Mischungen immer wieder angepasst werden. Dabei werden die entsprechenden Kaffeesorten einfach durch andere ersetzt. Hier gilt: aus je mehr verschiedenen Sorten eine Kaffeemischung besteht, desto weniger bemerkt der Kunde den Austausch einer Sorte.

Auch Kaffees, die aus einem einzigen Land stammen (sogenannte sortenreine Kaffees), sind meistens Mischung aus verschiedenen Anbaugebieten/Plantagen dieses Landes.  Diese sind in der Regel teurer als andere Kaffeemischungen.

Kaffee, der  von nur einer einzigen Plantage stammt, ist verhältnismäßig selten und wird oft als Plantagenkaffee gekennzeichnet.

Der Röstvorgang

Der Röstvorgang ist entscheidend für die Aromaentfaltung eines Kaffees. Hier kann man auch mal einen Kaffee “Kaputt rösten”. In der Regel dauert der Röstvorgang 8 bis 15 Minuten. Die Temperatur schwankt dabei zwischen 200 und 240° C. Am ENde des Röstvorgangs verlieren die Bohnen ca. 15% Wasser und es entsteht ein prasselndes Geräusch, dass dem Popcorn machen sehr ähnlich ist. Die Bohnen werden auch etwas größer. Hier entfaltet sich auch das Aroma der Bohnen.

Robusterbohnen profitieren dabei in der Regel von einer dunklen Röstung, während Arabicabohnen eher heller geröstet werden. Die Schwierigkeit für den Röster besteht nun darin, jede Bohnensorte so zu rösten, damit das ihr typische Aroma am Besten zur Geltung kommt. Aus diesem Grund sollten Bohnen vor ihrer Mischung geröstet werden, was in großen industriellen Anlagen allerdings nicht immer der Fall ist.

Da ich der Ansicht bin, dass die verschiedenen Röstgrade zu weit ins Detail gehen und weil sie international nicht eindeutig festgelegt sind, lasse ich sie hier an dieser Stelle weg.  Wenn der Bedarf besteht, kann ich noch einen kurzen Beitrag dazu nach schieben (bitte einfach kommentieren).

So geht es weiter:

Beim nächsten Mal wird es hier einen kurzen Artikel über Instantkaffee, entkoffeinierten Kaffee und entsäuerten Kaffee gehen.

Danach folgen  Artikel über Zubereitungsmethoden, Qualität des Kaffees und berühmte Kaffees und Anbaugebiete, wobei der letzte Punkt wohl mehr als nur einen Artikel beanspruchen wird.

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